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Kleine Folienkunde
Als Beschriftungsfolie bezeichnet man spezielle Kunststofffolien, die für die
Weiterverarbeitung in Schneideplottern konzipiert wurden und
in vielen Fällen im Digital- oder Offset-Verfahren bedruckt
werden können. Folienbeschriftungen werden in vielen verschiedenen Ausführungen angeboten.
Sie werden für die Beschriftung von Fahrzeugen, Schaufenstern, Werbeschildern, Werbeplanen,
als Sichtschutz und für viele Zwecke mehr eingesetzt.
Eine kostengünstige online-Bestellmöglichkeit für computergeschnittene Folienbeschriftungen in
Standardabmessungen zur Selbstmontage finden Sie übrigens in Kürze in unserem >Online-Shop. Durch die kinderleichte Selbstmontage sparen Sie zusätzlich.
Eine ausführliche Montageanleitung stellen wir selbstverständlich zur Verfügung.
Materialien
Beschriftungsfolien bestehen aus Polyvinylchlorid (PVC), seltener auch aus Polyester (PET),
Polyprophylen (PP) und Polyethylen (PE), wobei die beiden Letztgenannten eine starre Struktur
aufweisen. Auf der Rückseite der Folie ist eine spezielle Klebeschicht aufgebracht, die, je nach
Einsatzzweck, stark unterschiedlich aufgebaut sein kann (Klebkraft/ Zusammensetzung). Die Stärke von
Beschriftungsfolien beträgt, von Ausnahmen abgesehen, etwa 50 bis 90 µm. Die Zahl der lieferbaren
Farben liegt bei vielen Folienarten und Herstellern im dreistelligen Bereich, ab einer bestimmten
Abnahmemenge stellen viele Hersteller die Folie in jeder gewünschten Farbe her.
Herstellungsverfahren
Man unterscheidet hauptsächlich zwischen kalandrierten und gegossenen Folien.
Kalandrierten Folien wird entweder ein monomerer oder ein polymerer
Weichmacher zugesetzt, dessen Anteil etwa 20 bis 25 Prozent beträgt.
· Monomer kalandrierte Beschriftungsfolien sind für den kurzfristigen Einsatz gedacht.
Der monomere Weichmacher verflüchtigt sich, besonders unter Wärmeeinwirkung recht schnell.
Das führt zu einer Materialschrumpfung, mit der Risse in der Folie selbst einhergehen können.
Kalandrierte Folien sind kostengünstig, der Einsatz ist jedoch – je nach Hersteller – auf bis
zu drei Jahre beschränkt.
· Polymer kalandrierte Beschriftungsfolien sind für den mittelfristigen Einsatz konzipiert. Der Weichmacher
verflüchtigt sich weit weniger stark und die Folie bleibt länger geschmeidig. Die Einsatzdauer
beträgt bis zu sieben Jahre.
Da kalandrierte Folien eine Art „Memory-Effekt“ haben, und in ihre ursprüngliche Form zurückkehren,
sind sie hauptsächlich für den Einsatz auf glatten und ebenen Flächen geeignet. Gerade in Fahrzeugsicken
müssen kalandrierte Folien eingelegt und nicht durch Dehnung eingedrückt werden, um den so genannten
Pop-Off-Effekt, eine Ablösung der Folie in diesem Bereich, zu verhindern.
· Gegossene Beschriftungsfolien sind für den langfristigen Einsatz bis zu zehn Jahren ausgelegt. Sie weisen
kaum messbare Schrumpfungserscheinungen auf, sind für die 3D-Verklebung geeignet und weisen keinen
„Memory-Effekt“ auf.
Allen Folien ist gemeinsam, dass die Hersteller für die Folienfarben weiß, schwarz und transparent eine
im Durchschnitt um zwei Jahre längere Anwendungsdauer angeben. Bei Metallic-Farben wird die Anwendungsdauer
oft geringer angesetzt.
Folienarten
· Beschriftungsfolien für Planen sind speziell für die Folienbeschriftung von LKW-Planen und Werbeplanen
ausgelegt. Bei Berührung mit der Klebefläche fühlt man keine oder nur eine geringe Klebkraft. Diese
entwickelt sich erst, wenn die Klebeschicht mit den Weichmachern der Plane reagiert.
· Transluzente Beschriftungsfolien sind zu einem gewissen Grad Lichtdurchlässig und werden z.B.
für die Beschriftung von Leuchtwerbeanlagen oder für die großflächige Beschriftung von Schaufenstern
eingesetzt.
· Lochfolien sind Folien, die für die vollflächige Beklebung von Autofenstern konzipiert sind. Sie
sind auf der Klebeseite (Innenseite) schwarz, aussen weiß und verfügen über eine Lochung über die
gesamte Folienfläche. Sie werden bedruckt und ermöglichen, dass aus dem Fahrzeuginnenraum weitgehend
unbeschränkt nach außen gesehen werden kann. Nach dem Druck sollte ein Schutzlaminat aufgebracht
werden, da sich in den Löchern sonst Schmutz sammeln und den Durchblick erschweren kann.
· Diffusionsfolien streuen das Licht und sind für den Einsatz in Leuchtkästen geeignet. Durch die
Streuung des Lichts wird dieses von aussen betrachtet homogener verteilt.
· Blockoutfolie ist ebenfalls für Leuchtkästen gedacht und ist absolut lichtundurchlässig. Mit einer
Blockoutfolie können Teilbereiche des Leuchtkastens beklebt werden, die bei eingeschalteter Beleuchtung
in der Dunkelheit nicht sichtbar sein sollen.
· Retroreflektierende Beschriftungsfolien reflektieren, ähnlich wie Verkehrszeichen, das einfallende Licht. Die
Verwendung im Bereich der StVO unterliegt gesetzlichen Bestimmungen. So ist in bestimmten Fällen neben
der eigentlichen Werbebeschriftung eine ebenfalls retroreflektierende Folie an den Fahrzeugkonturen anzubringen.
· Adhäsionsfolie ist eine Folie ohne Klebebeschichtung. Sie haftet auf glatten Oberflächen,
kann entfernt und wiederverwendet werden. Ein Anwendungsbeispiel sind z.B. Autohäuser, die Ausstattungsmerkmale
von Fahrzeugen auf den Scheiben der Fahrzeuge anbringen wollen.
· Glasätzfolie, auch Frosted-Glass genannt ist eine Folie, die einen „Milchglaseffekt“ aufweist. Sie wird häufig
auch als Sichtschutz eingesetzt und ist von diversen Herstellern auch mit speziellen Effekten erhältlich.
· Eine Sonderform der Beschriftungsfolie ist die Magnetfolie. Diese weist eine Stärke von 0,6 bis 0,9 mm auf und
kann sowohl bedruckt, als auch mit geplotteten Klebefolien beklebt werden. Sie hat den Vorteil der
Anwendungsmöglichkeit auf mehreren Trägern, z.B. Fahrzeugen und kann bei Nichtbedarf entfernt werden. Ein Nachteil
ist der hohe Pflegeaufwand besonders in Bezug auf die Reinigung und Lagerung. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu
Schäden an der Trägerfläche kommen.
Tel. (0 28 64) 88 55 9 66
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